STADTRADELN-Star Blog: Detmold im Kreis Lippe


1350 km in drei Wochen

Image Written on 15.06.2019 by Bastian Schünke
Team: Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Veröffentlicht am: 15. Juni 2019von Bastian Schünke Bearbeite "1350 km in drei Wochen"
Es ist geschafft, die drei Wochen als Stadtradelstar aus Detmold sind vorbei. Drei Wochen ohne Auto sind schon sehr hart, aber auf der anderen Seite auch sehr schön. Man sieht Dinge, die man im Auto nie gesehen bzw. wahrgenommen hat, man richt die Natur, die man sonst nie riecht. Ich habe in den drei Wochen Tiere gesehen, die würde ich aus dem Auto nie sehen können, weil ich die meiste Zeit zu schnell unterwegs bin. Ich bin mir sicher, dass es sehr lange dauern wird, bis ich die drei Wochen vergessen habe. Das Ziel meiner Familie ist es, die Autos öfters stehen zu lassen und viel mehr Wege mit dem Fahrrad zu machen. So ist z.B. meine Frau meinem Beispiel gefolgt und ist mit dem Rad nach Gütersloh zur Arbeit gefahren. Ich würde mich freuen, wenn ich noch mehr Leute dazu animiert und motiviert habe, mir zu folgen.


1350 Kilometer in 21 Tagen mit dem Fahrrad zu fahren, sind auch nur möglich, wenn das Fahrrad auch zu 100% an den Fahrer angepasst ist. Jeder kennt es, das Kribbeln in den Händen, Füßen oder auch Schmerzen in Nacken oder Pöter, nicht wahr? Glaubt mir, es ist nicht normal, euer Fahrrad ist nur nicht perfekt auf euren Körper eingestellt. Ich beschäftige mich schon sehr lange mit diesem Thema und habe auch schon sehr vielen Menschen helfen können und das waren nicht nur alles Sportler, sondern auch E-Bike Fahrer. Falls ihr die Probleme kennt, könnt ihr euch gerne bei mir melden, wir werden die Probleme beheben können.


Leider war in drei Wochen auch nicht immer alles gut, aber das ist, glaube ich, ganz normal. Wenn man 1350 km auf den Straßen unterwegs ist, kommt es immer wieder vor, dass manche denken, sie sind stärker, nur weil sie im Auto sitzen oder man wird einfach übersehen. Aber zum Glück ist bis jetzt in diesem Jahr alles gut gelaufen und es soll genau so weitergehen.

Ich bedanke mich bei der Stadt Detmold für das Vertrauen, mich als Stadtradelstar gewählt zu haben. Desweiteren muss ich mich auch bei meinem Chef Jörg Rolf und meinen Kollegen vom Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe bedanken, weil die meine Termine übernommen haben, die ich ohne Auto nicht ausführen konnte. Zu guter letzt, geht noch mein Dank an das Team von Alpecin, die es mir ermöglicht haben, eine Woche als Profi Kilometer zu sammeln.

Jetzt heißt es erst einmal ein wenig zu regenerieren, und dann werde ich ab nächster Woche fleißig Kilometer sammeln für meine Heimatstadt Bielefeld. Mit sportlichem Gruß ?

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Blick zurück mit Helm

Image Written on 15.06.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Die Stadtradeln-Aktion ist vorüber – hier ein kleiner Rückblick.
Ich habe mich zum Stadttadel-Star küren lassen, weil ich annahm (und mir auch angekündigt wurde), dass das mit einer gewissen Öffentlichkeitswirksamkeit verbunden sei. Gerne wollte ich die Gelegenheit nutzen, zu zeigen, dass ein Leben ohne Auto funktioniert und Spaß macht – und auch auf Probleme hinweisen, die es beim Radeln in Detmold gibt. Per Blog Dinge zu sagen, die mir täglich beim Radfahren durch den Kopf gehen, das hat zunächst viel Spaß gemacht. Um meiner Vorbildfunktion gerecht zu werden, habe ich mir sogar endlich einen Helm gekauft, was ich seit Jahren vor mir her geschoben hatte. (Übrigens, für alle Helm-Muffel: Es fährt sich ganz prima mit Helm!)
Jedoch ist die versprochene Öffentlichkeitswirksamkeit der Aktion komplett ausgeblieben. Auf den Blog kam nie auch nur eine Reaktion. Kein Wunder: Er ist komplett unsichtbar, nur wer ihn aktiv sucht, findet ihn. Nicht mal meine Teammitglieder wussten davon (bis ich sie persönlich darauf aufmerksam gemacht habe). Und Presse hat sich während der gesamten Zeit überhaupt nicht gemeldet.
Aber immerhin habe ich jetzt einen Helm!

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Lost Places

Image Written on 15.06.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Ich habe nie einen Führerschein gemacht und fand es immer selbstverständlich, Fahrrad und Zug zu fahren. Aber die Menschen in meiner Umgebung haben mich dazu erzogen, das als etwas ganz Besonderes zu sehen. Typischer Dialog:
"Mit dem Fahrrad – bei dem Wetter?" "…" "Was, gar kein Auto?" "…" "Und wie transportieren Sie Wasserkisten?" "…"
"Also, ich bewundere Sie ja, aber ich könnte das nicht.
Wissen Sie, wenn man auf dem Land wohnt, dann geht das einfach nicht."
Ich wohne in Remmighausen, besitze einen schicken roten Regenanzug und zapfe das Lippische Tafelwasser aus dem Wasserhahn. Als die Kinder klein waren, fuhren sie auf dem Kindersitz mit. (Inzwischen sind sie 25 und 30 und haben auch keine Führerscheine.) Ein Opfer habe ich wirklich gebracht: Nach Reelkirchen oder sonst eines der zauberhaften Dörfer im Lippischen zu ziehen, das ging tatsächlich nicht.
Was würde passieren, wenn alle Menschen aufs Auto verzichteten? Wären die Dörfer komplett menschenleer? Oder gäbe es vielleicht bessere ÖPNV-Verbindungen und Radwege?

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Kunst am Radweg II

Image Written on 09.06.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Metamorphosen

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Kunst am Radweg I

Image Written on 09.06.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Wer in Detmold Fahrrad fährt, muss sehr genau hinsehen, um den Weg zu finden. Dabei kann man aber manches Schöne entdecken.

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Vier [!] Räder in einer Garage

Image Written on 08.06.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Ich gratuliere meinem Mit-Radelstar Bastian Schünke zum Knacken der 500-km-Marke in einer Woche! Wow! Das ist absolut uneinholbar, jedenfalls für eine unsportliche ältere Dame wie mich. Aber nun habe ich doch etwas gefunden, wo ich mithalten kann: Ich habe vier Räder in einer einzigen Garage! Was ist daran toll? Nichts – aber illegal ist es. Kürzlich las ich in der Zeitung, dass Garagen ausschließlich zum Unterstellen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen bestimmt sind. Mein Mann und ich haben aber gar kein Auto. Wenn wir stattdessen unsere vier Fahrräder in der Garage abstellen, ist das Zweckentfremdung. Ob wir bald einen Bußgeldbescheid bekommen?

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Drei Räder in drei Wochen

Image Written on 06.06.2019 by Bastian Schünke
Team: Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

500 KM IN EINER WOCHE

Mittlerweile sind wir nun in der zweiten Woche beim Detmolder STADTRADELN angekommen und ich bin mehr als zu frieden mit meiner Leistung. Ich habe es geschafft in einer Woche über 500 km zu erradeln. Ich mußte noch einige extra Schlenker fahren auf meinem Heimweg von Detmold nach Bielefeld aber das viel zuhause überhaupt nicht auf.

Momentan stehen wir auch als Team Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe noch auf Platz 4 mit nur 10 Fahrern, worüber ich sehr stolz auf mein Team bin. Wir werden auch weiterhin alles geben, dass wir den 4.Platz bis zum Schluss verteidigen.

Mein Plan war es, jede Woche von den dreien, mit einem anderen Fahrrad zu fahren, leider hat es nicht geklappt.

1. Problem: Man darf nicht mit einem S- Pedelec 45km/h Kilometer für das STADTRADELN sammeln.

2.Problem: Alpecin hat leider kein Profirennrad in meiner Größe da, sonst werde ich aber für die dritte Woche komplett wie ein Profi ausgestattet.

Darum werde ich die drei Wochen weiterhin mit meinem Storck Aernario vom (Drahtesel Team Gütersloh) fahren.

In der nächsten und letzten Woche werde ich euch dann nochmal berichten wie es ist als Profi unterwegs zu sein.

Jetzt gehts wieder raus aufs Rad Kilometer sammeln. Bis nächste Woche.

www.bastianschuenke.de / www.v-sport.de

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Bitte warten

Image Written on 03.06.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Eine der typischen Verkehrsbehinderungen für Radfahrende (nicht nur in Detmold). Links Abbiegen ist vom Radweg aus nicht möglich. Du wirst an die Fußgängerampel geschickt, und dort heißt es „Bitte warten“. Das tust du dann – mindestens eine komplette ›Runde‹ lang. Erst wenn alle Richtungen des Autoverkehrs einmal Grün hatten, bist du dran. Was, du hast es eilig? Wieso nimmst Du denn dann nicht das Auto?!

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Ssänk ju for trävelling

Image Written on 01.06.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Ein typisches Bild in Detmold: ein Radweg, der einfach aufhört. Fehlt nur noch die Ansage: Dieser Radweg endet hier. Bitte in Luft auflösen. Ssänk ju for trävelling by bike.

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Luxusleben

Written on 01.06.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Mein Fahrrad hat fast 1000 Euro gekostet. Ich besitze noch ein Ersatzfahrrad, für Gäste oder falls das andere mal einen Platten hat. Wenn ich auswärts zu tun habe, nehme ich den Zug. Den kombiniere ich manchmal mit Taxifahrten, weil es oft keinen vernünftigen Anschluss mit Bus und Bahn gibt. Es kommt sogar vor, dass ich die Strecke Paderborn – Detmold mit dem Taxi fahre. Dann höre ich oft Kommentare wie »Oho, jaja, mit Deinem Gehalt kannst Du Dir das natürlich leisten!« Aber wie teuer ist diese Art Mobilität wirklich?
Fahrrad 1: 1000 Euro. Lebensdauer (bisher) 15 Jahre, pro Jahr 67 Euro.
Fahrrad 2: 500 Euro. Lebensdauer 15 Jahre, pro Jahr 34 Euro.
Bahncard: 255 Euro pro Jahr
Fahrkarten Fernverkehr: ca. 1500 Euro pro Jahr
Fahrkarten Nahverkehr: ca. 300 pro Jahr
Taxi: ca. 600 pro Jahr (= 50 pro Monat)
Kosten rund ums Radfahren (Reparaturen, Kleidung etc.): ca. 100 Euro pro Jahr
Jährlich komme ich so auf 2856 Euro für Mobilität, macht 238 Euro pro Monat.

Und wie ist das bei Euch Autobesitzer*innen? Im Internet gibt es verschiedene Seiten, die die Kosten fürs Autofahren pro Kilometer ausrechnen. Z. B. auf der Seite des ADAC (https://www.adac.de/infotestrat/autodatenbank/autokosten/top-10-autokosten/default.aspx?ComponentId=35261&SourcePageId=0) vom 03.05.2019 werden die durchschnittlichen Kosten eines Autos berechnet: neben Benzin auch Anschaffungskosten, Wertverlust, Reparaturen etc. Das günstigste Auto, der Dacia Sandero SCe 75 Access, verursacht Kosten von 335 pro Monat. Der teuerste Porsche bringt es auf 1602 Euro. Ok, so etwas fahrt Ihr nicht – aber z. B. mit einem Toyota RAV4 2.5 Hybrid 4x2 kommt Ihr Euch nicht wie Angeber vor – und habt sogar ein halbwegs gutes Gewissen, weil er nur 4,5 l auf 100 km verbraucht, oder? Kostenpunkt: 659 Euro pro Monat. 421 Euro mehr als ich benötige.
Für 421 Euro könnte ich im Monat fünfmal mit dem Taxi nach Paderborn fahren. Mir ein Monatsabo für die Bahncard 100 leisten. Oder alle zwei Monate ein weiteres tolles Rad kaufen. Nur – was soll ich mit so vielen Fahrrädern?!

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1000 Kilometer Marke wird in drei unterschiedlichen Wochen geknackt!!!!

Image Written on 30.05.2019 by Bastian Schünke
Team: Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Seit dieser Woche läuft das Projekt STADTRADELN in Detmold und ich bin für das Team Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe unterwegs.

Mein Ziel ist es, jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit zu fahren und damit das nicht langweilig wird, habe ich mir mal wieder was besonderes überlegt.

In der ersten Woche bin ich mit meinem Material unterwegs, was mir gehört : Storck Aernario (Drahtesel Gütersloh), Alpecin Klamotte, Mavic Schuhe und Rucksack
In der 2 Woche wird mir ein Pedelac 50km/h von dem Fahrradgeschäft Bennecker zur verfügung gestellt: Stromer ST3 Limited Edition, Bike Short und Sportschuhe und auch wieder mein Rucksack
In der 3 Woche wird es richtig sportlich,da ich komplett eingekleidet werde von Kopf bis Rad von Alpecin, einmal für eine Woche fahren wie ein Nils Politt .
Mein Ziel ist es für die 3 Wochen die 1000 km Marke zu knacken und dabei Freunde, Kollegen und Familie zu motivieren, Spaß am Radeln zu haben. Ich werde euch nach jeder Woche kurz schreiben, wie es für mich rollte.

Oder schaut zwischendurch auf meinem Facebook oder Instagram Profil vorbei!!!
www.bastianschuenke.de

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Akrobatik

Image Written on 29.05.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Gestern hatte einen Termin an der Uni Paderborn und habe, wie schon oft, mein Fahrrad im Zug mitgenommen. Das geht ganz gut – bis zur Ankunft des Zuges am Paderborner Hauptbahnhof. Dort allerdings ist Akrobatik gefragt: Auf dem Ankunftsgleis 4 gibt es keinen Lift, man muss also die steile Treppe runterradeln. Damit die Radfahrer*innen – ebenso wie die jungen Väter und Mütter mit Kinderwagen und die rollstuhlfahrenden Menschen – nicht aus der Übung kommen, wurde auch bei der Renovierung des Bahnhofes vor ein paar Jahren auf den Einbau eines Fahrstuhls verzichtet.

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Am Rande

Image Written on 27.05.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Am Rande
Fast die Hälfte aller Autofahrten in Städten gehen über eine Distanz von 5 km oder weniger. Dabei ist auf diesen Wegen das Fahrrad schneller als das Auto! Und das nicht nur, wenn Ihr fröhlich auf dem Radweg am Rush-hour-Stau vorbeizieht. Zwar bringt es das Rad in der Stadt nur auf 15,3 Stundenkilometer, gegenüber sagenhaften 24,1 des Autos. Aber Aufschließen, Starten, Parkplatzsuche, Weg vom Parkplatz zum eigentlichen Ziel – all das frisst bis zur Distanz von gut 5 km den Zeitvorteil wieder auf (vgl. https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet/radverkehr#textpart-2).

Aber fahre ich aus diesem Grunde Rad? Nö. Den Zeitvorteil nehme ich am Rande mit. Genauso die positiven Effekte für die Gesundheit und Umwelt (na gut, die ist mir schon ziemlich wichtig) und die geringen Kosten. Aber das Beste am Radfahren ist: Ich bin draußen, spüre Luft, Sonne, Regen, Wind. Und: ich sehe, was am Wegesrand so blüht. Schön, oder?

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Der Landrat und ich

Image Written on 26.05.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Als Radelstar habe ich heute an der Eröffnungs-Sternfahrt nach Lage teilgenommen. Schöne Route über Stock und Stein, nette Leute dabei. Auf dem Lagenser Marktplatz versammelten sich die Stadtradler*innen, und ich durfte dem Landrat die Hand schütteln. Der Landrat sagte ins Mikrofon, Lippe soll fahrradfreundlicher Kreis bleiben (ja, er sagte »bleiben«) und Radfahren soll Spaß machen.
Ich musste dann schnell zurück nach Hause und wählte dafür den kürzesten Weg, den mir mein Routenplaner anzeigte. Die Straße, die vom Marktplatz Richtung Detmold führt, verwandelte sich unversehens in eine Einbahnstraße, was ich an den bösen Blicken der mir entgegen kommenden Autofahrer*innen merkte. Ich kam dann auf eine schön ausgebaute breite Straße, fand aber keinen Radweg und fuhr deshalb auf der Fahrbahn. Sofort wurde ich von einem überholenden Autofahrer angehupt. Das klang wie »Radfahrer*innen gehören hier nicht hin«. Wo aber sollte ich denn sonst fahren? Nach einigem Suchen entdeckte ich einen schmalen Weg auf der anderen Seite der Straße. Das sollte wohl der Radweg sein. Löchriger Beton auf geschätzten 1,20 Breite, den sich Radfahrer*innen und Fußgänger*innen in beiden Richtungen zu teilen haben.
Lieber Herr Landrat, ich freue mich, Sie kennen gelernt zu haben. Aber so macht Radfahren wirklich keinen Spaß. Da bringt es auch nichts, dass es irgendwo im Kreis hübsche Radwanderwege gibt: Ich musste nach Hause, und zwar schnell! Manchmal habe ich den Eindruck, dass Radfahr-Förderung vor allem auf Freizeitradeln zielt. Aber Radfahren ist nicht (nur) Freizeitspaß, sondern eine klimaschonende Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Das alltägliche Radfahren – zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen –, das muss in den Fokus der Radförderpolitik. Wenn ich ohne Probleme in Stadt und Landkreis hin und her fahren kann, ohne auf jedem Weg mindestens einmal in eine potenziell gefährliche Situation zu geraten – dann ist der Kreis fahrradfreundlich. Toll, wenn Sie das unterstützen!

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Meine Steuererklärung

Image Written on 26.05.2019 by Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Team: Musikmenschen
Municipality: Detmold im Kreis Lippe

Heute kam ich nicht zum Radfahren, denn ich musste meine Steuerklärung machen. (Für welches Jahr, spielt hier keine Rolle.)
Hier ist sie:
Hiermit erkläre ich, dass die von mir gezahlten Steuern nur für solche Zwecke eingesetzt werden sollen, die zur Einhaltung der europäischen Energie- und Klimaziele beitragen. Nicht verwendet werden dürfen sie für die Unterstützung des motorisierten Individualverkehrs, insbesondere neue Strecken für den Autoverkehr, die Verbreiterung von Auto-Fahrbahnen und neue Parkplätze. Ebenso untersage ich die Verwendung der von mir gezahlten Steuern für die Förderung des Flugverkehrs. Der Förderung der individuellen Elektromobilität stimme ich nur zu, wenn gesichert ist, dass der dafür benötigte Strom CO2-neutral hergestellt wird.
Ausdrücklich einverstanden bin ich mit der Verwendung meiner Steuern für den Ausbau des Radverkehrs, des Zu-Fuß-Gehens und des ÖPNV.
Weiterhin erkläre ich, dass ich mit der Einführung einer CO2-Steuer einverstanden bin.
Detmold, den 26. Mai 2019

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